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Neue Studierende gewinnen mit Reels: das Praxisbeispiel Hansa-Berufskolleg Münster

  • Autorenbild: Waldemar Rusch
    Waldemar Rusch
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Bildungseinrichtungen erreichen neue Studierende heute dort, wo ihre Zielgruppe täglich unterwegs ist – auf Instagram und TikTok. Kurze, authentische Reels funktionieren dabei besser als Hochglanz-Werbung, weil sie auch Nicht-Followern ausgespielt werden und sich über Jahre wiederverwenden lassen. Für das Hansa-Berufskolleg Münster haben wir genau dafür zwei Recruiting-Reels direkt am Campus produziert.


SPARKFUL Media beim Social Media Dreh zu Besuch am Hansa Berufskolleg in Münster

Warum ein Berufskolleg auf einmal Reels dreht

Die Ausgangsfrage kam vom Hansa-Berufskolleg Münster (HBK) selbst: Lohnen sich Instagram-Reels, um neue Studierende für die kaufmännischen Studiengänge zu gewinnen? Und werden diese Videos auch Menschen angezeigt, die dem Kolleg noch gar nicht folgen?

Die kurze Antwort: ja. Und die Zahlen dahinter sind eindeutig.

Laut der JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) verbringen 12- bis 19-Jährige in Deutschland im Schnitt rund vier Stunden pro Tag am Smartphone. Instagram gehört zu den wichtigsten Apps dieser Altersgruppe, und ein Viertel der Jugendlichen sucht bei für sie relevanten Fragen inzwischen direkt auf Social Media nach Antworten – nicht mehr nur über die klassische Suchmaschine.

Noch konkreter wird es bei Bildungs- und Karriereentscheidungen. Die Azubi-Recruiting-Trends 2025 des U-Form Verlags, für die über 5.400 Schüler:innen, Azubis und dual Studierende befragt wurden, zeigen: Junge Menschen informieren sich über Ausbildung und Weiterbildung am liebsten per Suchmaschine (41 %), gefolgt von YouTube (36 %), Instagram (35 %) und TikTok (27 %). Klassische Medien landen dahinter.

Für eine Bildungseinrichtung heißt das: Wer heute Nachwuchs sucht, muss sichtbar sein, bevor die Zielgruppe überhaupt anfängt zu suchen. Genau da setzen Reels an.


Was wir für das HBK Münster produziert haben

An einem einzigen Drehtag direkt am Campus in Münster haben wir mehrere Recruiting-Videos produziert – von der Konzeption über den Dreh bis zum fertigen Schnitt für Instagram, TikTok und Facebook.


Inhaltlich ging es darum, die kaufmännischen Weiterbildungen des Kollegs in kurze, klare Geschichten zu übersetzen. Statt mit einer Werbebotschaft zu starten, setzen die Videos an einer echten Frage der Zielgruppe an – zum Beispiel „Ausbildung geschafft – und jetzt?". Von dort führen sie zum passenden Angebot des HBK: berufsbegleitend weiterkommen, ohne den Job aufzugeben oder das Einkommen auf Pause zu drücken.


Und sie setzen auf echte Menschen: Statt einer Stimme aus dem Off, die Vorzüge aufzählt, kommen Studierende selbst zu Wort.


Warum Reels für Bildungseinrichtungen wirklich funktionieren


1. Reichweite auch bei Nicht-Followern

Anders als ein klassischer Feed-Post werden Reels bevorzugt Menschen ausgespielt, die dem Account noch nicht folgen. Für Recruiting ist das entscheidend: Man erreicht genau die Interessent:innen, die man noch gar nicht kennt. Ein Berufskolleg mit überschaubarer Follower-Zahl kann so trotzdem eine relevante regionale Reichweite aufbauen.


2. Authentizität schlägt Hochglanz

Die Azubi-Recruiting-Trends 2025 bringen es auf den Punkt: Authentische Inhalte schlagen klassische Werbung. Reine Werbebotschaften werden von jungen Menschen ausgeblendet – gefragt sind echte Einblicke und klare Informationen zu Ablauf, Voraussetzungen und Perspektiven. Deshalb kommen in beiden Videos echte Studierende zu Wort, statt dass eine Stimme aus dem Off Vorzüge aufzählt.


3. Ein Dreh, viele Varianten

Beim Dreh haben wir pro Video mehrere Hooks aufgenommen – also verschiedene Einstiege in dieselbe Geschichte. Das erlaubt es, unterschiedliche Varianten gegeneinander zu testen und die Videos später frisch zu halten, ohne jedes Mal neu drehen zu müssen.


4. Content, der jahrelang arbeitet

Das war dem HBK von Anfang an wichtig – und aus unserer Sicht der stärkste Hebel: Recruiting-Reels sind kein Wegwerf-Content. Studiengänge, Voraussetzungen und Argumente ändern sich selten. Die Videos lassen sich Jahr für Jahr wieder ausspielen, gezielt zu den Bewerbungs- und Einschreibephasen. Aus einer einmaligen Produktion wird so ein Werkzeug, das über mehrere Jahrgänge hinweg neue Interessent:innen bringt.


Was Bildungseinrichtungen daraus mitnehmen können


  • Sei da, wo die Zielgruppe sucht. Instagram und TikTok sind für junge Menschen längst auch Informationskanäle, nicht nur Unterhaltung.

  • Problem vor Angebot. Ein Reel, das mit einer echten Frage der Zielgruppe startet, hält länger als eines, das mit dem Logo beginnt.

  • Echte Menschen zeigen. Studierende und Mitarbeitende sind glaubwürdiger als jede Imagebroschüre.

  • Auf Wiederverwendbarkeit produzieren. Wer Evergreen-Themen dreht, spart über die Jahre ein Vielfaches der Produktionskosten.

  • Reichweite planbar machen. Organische Reichweite ist ein starker Anfang; gezielte Meta-Ads in den Bewerbungsphasen holen mehr heraus.



 
 
 

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